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Und wer macht die Arbeit? – Wege zur Fachkräftesicherung in der Steuerberatung

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Warum eine ganzheitliche Strategie jetzt entscheidend ist

Viele Steuerkanzleien stehen heute vor der gleichen Herausforderung: offene Stellen, zu wenig Bewerbungen, wachsende Belastung für das bestehende Team. Der Fachkräftemangel ist spürbar – und wirkt sich längst auf die tägliche Arbeit aus. Die gute Nachricht: Kanzleien können aktiv gegensteuern, wenn sie bereit sind, strategisch zu denken und neue Wege zu gehen.

Der Artikel „Und wer macht die Arbeit?“ aus dem DATEV magazin zeigt: Fachkräftesicherung ist kein reines Personalthema – sondern eine zentrale Zukunftsaufgabe.

1. Bürokratie abbauen – und Freiräume schaffen

Ein oft übersehener Hebel liegt im Inneren der Kanzlei: der Verwaltungsaufwand. Gerade kleine und mittlere Kanzleien sind stark belastet durch Dokumentationspflichten, gesetzliche Meldeauflagen oder interne Kontrollprozesse.

Was das mit Fachkräftemangel zu tun hat? Ganz einfach: Je mehr Zeit Fachkräfte mit Routine- oder Verwaltungsaufgaben verbringen, desto geringer ist ihre Motivation – und desto schwieriger wird es, neue Mitarbeitende für diese Arbeitsumgebung zu begeistern.

  • Prozesse automatisieren und verschlanken
  • Prüfen, welche Aufgaben digital, zentral oder ausgelagert werden können
  • Mitarbeiter:innen konsequent in wertschöpfende Tätigkeiten einbinden

2. Berufliche Bildung ernst nehmen – und aufwerten

Ausbildung ist der nachhaltigste Weg zur Fachkräftesicherung. Doch damit junge Menschen sich für eine Ausbildung in der Steuerberatung entscheiden, braucht es Sichtbarkeit, Praxisnähe und eine klare Botschaft: „Dieser Beruf hat Zukunft – und du wirst gebraucht.“

  • Schulkooperationen aktiv suchen oder ausbauen
  • Azubis als authentische Botschafter:innen einbinden
  • Praktika mit echtem Mehrwert gestalten – kein „Kaffee holen“

3. Internationale Fachkräfte gezielt einbinden

Ein vielversprechender, aber oft ungenutzter Weg: die Rekrutierung internationaler Fach- und Arbeitskräfte. Viele Kanzleien schrecken vor bürokratischen Hürden oder sprachlichen Barrieren zurück – doch der Aufwand kann sich lohnen.

  • Spracherwerb & Integration gezielt unterstützen
  • Teamstrukturen auf Vielfalt ausrichten
  • Programme von IHKs oder Welcome Centers nutzen

4. Qualifizieren statt suchen – ungenutzte Potenziale aktivieren

Nicht jede Stelle muss extern besetzt werden. Gezielte Weiterbildungsangebote können bestehende Mitarbeitende befähigen, neue Rollen zu übernehmen oder zusätzliche Aufgaben zu bewältigen.

  • Teamressourcen regelmäßig analysieren
  • Förderprogramme für Umschulung nutzen
  • Kooperationen mit Bildungsträgern prüfen

5. Vereinbarkeit leben – nicht nur anbieten

Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Vertrauensarbeitszeit – all das gehört inzwischen zum Standard. Doch ob es wirklich gelebt wird, entscheidet über die Attraktivität als Arbeitgeber.

  • Individuelle Arbeitszeitmodelle ermöglichen
  • Familienfreundliche Maßnahmen sichtbar machen
  • Führungskräfte für das Thema sensibilisieren

Fazit: Fachkräftesicherung ist kein Projekt – sondern Strategie

Kanzleien, die in der aktuellen Situation bestehen wollen, brauchen mehr als punktuelle Recruiting-Aktionen. Es geht um ein ganzheitliches Verständnis von Fachkräftesicherung – und um die Bereitschaft, bestehende Strukturen zu hinterfragen.

Wer Ausbildung wertschätzt, Integration ermöglicht, interne Talente entwickelt und gleichzeitig Freiräume schafft, positioniert sich als zukunftsorientierter Arbeitgeber – und zieht genau die Menschen an, die gebraucht werden.

Der Artikel basiert auf dem Beitrag „Und wer macht die Arbeit? Fachkräftesicherung ist Top-Thema“ erschienen im DATEV magazin 01/23