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Lernen in der Kanzlei

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SPH Schnacken Hammerbacher PartG mbB in Nürnberg

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Lernen in der Kanzlei 

Sowohl die Steuer- als auch die Rechtsberatungsbranche befindet sich im Wandel: neue Anforderungen, zunehmende Komplexität und der Fachkräftemangel stellen viele Kanzleien vor ähnliche Herausforderungen. Damit rückt bei uns eine Frage stärker in den Fokus: Wie gelingt es, Wissen im Alltag so zu teilen und zu strukturieren, dass es für alle zugänglich ist und langfristig erhalten bleibt? Für uns liegt die Antwort nicht in einzelnen Maßnahmen, sondern in der Art, wie wir Zusammenarbeit gestalten.

Lernen ist kein Format, sondern Teil unserer Kultur

Wir verstehen Lernen nicht als einzelne Maßnahme, sondern als festen Bestandteil unserer Zusammenarbeit. Es geht darum, Wissen zu teilen, voneinander zu profitieren und gemeinsam besser zu werden. Dabei entsteht Lernen nicht nur in Seminaren, sondern vor allem im täglichen Austausch, in konkreten Fällen und in der Zusammenarbeit im Team.

Wie wir Lernen konkret im Kanzleialltag verankern

Miteinander lernen: Wissen aus dem Team nutzen

Regelmäßige interne Schulungen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Lernansatzes. Erfahrene Teammitglieder geben ihr Wissen zu fachlichen Themen, Tools oder Prozessen weiter – beispielsweise zu DMS, Excel oder neuen digitalen Anwendungen. Das sorgt nicht nur für ein einheitliches Verständnis und effizientere Abläufe, sondern stärkt auch die Rolle interner Expert:innen.

Voneinander lernen: Austausch im Tagesgeschäft

Ein großer Teil des Lernens findet bei uns ganz selbstverständlich im Alltag statt. Bei komplexen Fragestellungen, neuen gesetzlichen Anforderungen oder besonderen Mandantenkonstellationen stimmen sich Kolleg:innen eng miteinander ab. Oft reichen kurze Gespräche, manchmal entstehen daraus bewusst geplante Austauschrunden. Gerade bei neuen Tools und digitalen Lösungen zeigt sich, wie wichtig dieser Austausch ist. Neben unserer Software-Expertin haben wir eine Kollegin, die sich gezielt um Digitalisierungsthemen kümmert. Für unser Team und unsere Mandanten behalten sie neue Entwicklungen im Blick – von Fachsoftware-Neuerungen bis hin zu neuen Tools – und begleiten deren Einführung in der Kanzlei. Ganz im Sinne unseres Ansatzes: lieber im Kleinen starten, Erfahrungen sammeln und daraus lernen, bevor wir Dinge groß ausrollen. 

Häufig testet die Digitalisierungskoordinatorin neue Lösungen gemeinsam mit einzelnen Teammitgliedern oder mit ausgewählten Mandaten. Die Erkenntnisse daraus fließen zurück ins Team. So entsteht ein strukturierter Einstieg in neue Themen – und gleichzeitig eine zentrale Anlaufstelle für Fragen. Dabei wird das Team aktiv begleitet, Schritt für Schritt mitgenommen und neue Lösungen werden nicht nur eingeführt, sondern im Alltag wirklich verstanden und gelebt. Dieses Vorgehen reduziert Druck und schafft Sicherheit im Umgang mit Neuem.

Füreinander da sein: Onboarding als Schlüssel zum Einstieg

Ein strukturierter Einstieg ist entscheidend, damit neue Kolleg:innen schnell Teil des Teams werden. Deshalb setzen wir auf einen klaren Einarbeitungsplan, feste Ansprechpartner: innen und ein besonderes Format: das „Kennenlern-Karussell“. Neue Teammitglieder lernen dabei bewusst alle Kolleg:innen persönlich kennen. Das schafft von Anfang an Orientierung, baut Hemmschwellen ab und sorgt dafür, dass Fragen gestellt werden. Gleichzeitig entsteht ein gutes Gespür dafür, wer im Team welche Themen verantwortet und wo welche Stärken und Expertisen liegen. Neue Teammitglieder wissen dadurch früh, an wen sie sich bei welchen Fragestellungen wenden können – und finden sich deutlich schneller im Arbeitsalltag zurecht. So entsteht Verbindung nicht zufällig, sondern ganz bewusst von Anfang an.

Wissen sichtbar machen: Struktur statt Zufall

Damit Wissen nicht nur im Austausch entsteht, sondern auch langfristig verfügbar bleibt, setzen wir auf klare Strukturen. Für unsere leistungserstellenden Prozesse nutzen wir ein spezielles QM-Tool. Als QM-zertifizierte Kanzlei schaffen wir damit verbindliche, nachvollziehbare Abläufe und stellen eine gleichbleibend hohe Qualität sicher. Unsere Qualitätsmanagementbeauftragte verantwortet diesen Bereich und wird dabei von den Prozessverantwortlichen unterstützt. Ergänzend dazu bauen wir unser Intranet als zentralen Wissensspeicher für alles auf, was über die reine Leistungserstellung hinausgeht – gewissermaßen als digitales Kanzlei-Handbuch. Hier bündeln wir interne Regelungen, Ankündigungen, allgemeine Informationen sowie Vorlagen, FAQs und Best Practices an einem zentralen Ort – leicht zugänglich in unserer Office-Umgebung über SharePoint.

Kanzlei-Wissen bleibt damit nicht im Alltag stecken, sondern wird strukturiert dokumentiert und genau dort verfügbar gemacht, wo es gebraucht wird. Das reduziert Rückfragen und schafft Sicherheit im Alltag.

Lernen endet nicht an der Kanzleitür

Neben internen Formaten nutzen wir bewusst auch externe Impulse, um fachlich und methodisch am Puls der Zeit zu bleiben. Klassische Weiterbildungsangebote  sind dabei ein wichtiger Bestandteil. Sowohl Präsenzveranstaltungen als auch Online-Formate helfen uns, aktuelle Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen und in unsere Arbeit zu integrieren.

Darüber hinaus sind wir Teil eines Netzwerks, in dem der Austausch mit anderen Kanzleien und gemeinsame Weiterbildung eine zentrale Rolle spielen. In unterschiedlichen Formaten – von regelmäßigen Austauschrunden über themenspezifische Workshops bis hin zu gegenseitigen Kanzleibesuchen – teilen wir Erfahrungen, diskutieren Herausforderungen und entwickeln gemeinsam Lösungen.

Was wir dabei gelernt haben

Aus unserer Praxis haben sich einige zentrale Erkenntnisse ergeben:

  • Lernen funktioniert am besten im Alltag, nicht isoliert im Seminarraum 
  • Wissenstransfer braucht Zeit und Raum – und darf kein „Nebenbei-Thema“ sein 
  • Eine offene Kultur ist entscheidend: Fragen stellen muss ausdrücklich erwünscht sein 
  • Struktur hilft: Dokumentiertes Wissen entlastet den Alltag spürbar

Tipps für Kanzleien, die Lernen stärker verankern möchten

  • Lernen als festen Bestandteil der Kanzleistrategie verstehen 
  • Austausch im Alltag aktiv fördern und ermöglichen 
  • Interne Expert:innen sichtbar machen 
  • Onboarding als echten Lernprozess gestalten 
  • Wissen strukturiert dokumentieren und zugänglich machen 
  • Bewusst Zeit für Lernen einplanen

Herausforderungen und wie wir damit umgehen

Natürlich bringt dieser Ansatz auch Herausforderungen mit sich, denn Zeit im Arbeitsalltag zu finden, Wissen konsequent zu dokumentieren oder alle im Team gleichermaßen einzubinden, ist nicht immer einfach. Entscheidend ist aus unserer Erfahrung, klein zu starten, Formate weiterzuentwickeln und Lernen als gemeinsamen Prozess zu verstehen – nicht als fertiges Konzept.

Fazit

Lernen in der Kanzlei bedeutet für uns vor allem eines: gemeinsam wachsen und Wissen bewusst zu teilen, statt es zu bewahren. Indem wir Wissen aktiv teilen, Strukturen schaffen und eine offene Lernkultur fördern, gelingt es uns, Erfahrungen im Team zu halten und weiterzugeben. Das stärkt nicht nur unsere Zusammenarbeit, sondern auch die Qualität unserer Arbeit – heute und in Zukunft.

Über uns
Die SPH Schnacken Hammerbacher PartG mbB ist eine mittelständische Kanzlei mit Sitz in Nürnberg. Seit 2006 verbinden wir Steuerberatung und Rechtsberatung unter einem Dach. Aktuell besteht unser Team aus 24 Kolleg:innen und zwei Inhabern.

Neben der klassischen Steuerberatung liegen unsere Schwerpunkte unter anderem in der Digitalisierungs- und Prozessberatung, der betriebswirtschaftlichen Beratung sowie in den Bereichen Arbeitsrecht, Datenschutz und Compliance.

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